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Versicherungsschutz bei Unfall mit Sommerreifen?

 

Nach der deutschen Straßenverkehrsordnung gibt es in Deutschland eine Pflicht, unter bestimmten Umständen Winterreifen aufzuziehen. Will die Versicherung nach einem Unfall Ihre Leistung kürzen, so muss sie diese dem Versicherungsnehmer grobe Fahrlässigkeit nachweisen können. Entscheidend dafür, sind die Umstände des Unfalls und insbesondere die Straßenverhältnisse.

In den kalten Monaten werden die Tage immer trüber. Ganz besonders werden Autofahrer, die noch die Sommerreifen montiert haben, ganz plötzlich vom Winter überrascht. Dies hat zur Folge, dass es auf vielen ländlichen Straßen zu Unfällen kommt.

Daher die Faustformel für Winterreifen ,,von Oktober bis Ostern“

 

Verkehrsrecht – Was Sie als Verkehrsteilnehmer unbedingt wissen müssen!

 

Bußgeld ab 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg bei falscher Bereifung

      Auszug aus der Straßenverkehrsordnung (StVO) was die Winterreifenpflicht angeht:

  • Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Winterreifen gefahren werden (§ 2 Abs. 3a StVO). 
  • Bei bestimmten Lkw und Busse betreffende Fahrzeugklassen (M2, M3, N2 und N3) gilt das zumindest für die Antriebsachse. 
  • Einspurige Kraftfahrzeuge vom Mofa bis zum Motorrad sind von der Winterreifenpflicht ausgenommen.

Allein bei einer falschen Bereifung droht eine Bußgeldzahlung von 60 €. Bei einer Verkehrsbehinderung sind es schon 80 € und bei einer Gefährdung 100 €. Kommt es zu einem Unfall, sind 120 € fällig. Dazu gibt es unabhängig vom jeweiligen Grad des Verstoßes 1 Punkt in Flensburg.

Es gibt kein festes Datum für Winterreifenpflicht

Einen bestimmten Zeitraum, in dem Winterreifen aufgezogen sein müssen, kennt die StVO nicht. So hat die berühmte Merkhilfe „von Oktober bis Ostern“ auch keine rechtskräftige Wirkung. In Österreich ist die Regelung anders. Dort ist die Winterreifenpflicht zwischen dem 1. November und 15. April festgesetzt.

Versicherung muss grobe Fahrlässigkeit nachweisen

Will die Versicherung die Leistung wegen der falschen Bereifung kürzen, muss sie ihrem Versicherten grobe Fahrlässigkeit nachweisen können. Grob fahrlässig handelt jemand, wenn er die im rechtlichen Verkehr gebotene Sorgfalt in außergewöhnlich hohem Maß verletzt.

Zum Beispiel, wenn man sich bewusst ist, wie glatt die Straßen sind, aber trotzdem mit Sommerreifen fährt.

Brücken kühlen baubedingt schneller ab

Auf Brücken wird es häufig an den Stellen gefährlich, wo sich die Kälte besonders hält und welche stärker dem Wind ausgesetzt sind. Zusätzlich fehlt ihnen bauartbedingt die Untergrundwärme - anders als bei den Straßen. Feuchtigkeit kondensiert und friert auf Brücken wesentlich schneller. Je nachdem entsteht dann Eisglätte oder es bildet sich Glatteis, wenn Regen auf die kalte Fahrbahn trifft.

Auf Glatteis mit Sommerreifen in den Gegenverkehr geraten

Im Fall eines Autofahrers war es ein Unfall auf der Mannheimer Jungbuschbrücke. Aufgrund von Glatteis war er dort Ende Oktober um 05:40 Uhr morgens in den Gegenverkehr geraten. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Weil der Pkw des Mannes dabei auf Sommerreifen unterwegs war, nahm ihn seine Haftpflichtversicherung anschließend in Regress.

Der Umfang der Versicherung spielt eine große Rolle

Sollte man die grobe Fahrlässigkeit mitversichert haben, wird die Versicherung keine Kürzung der Leistung vornehmen. Wenn die grobe Fahrlässigkeit nicht mitversichert ist, muss der Versicherer nachweisen können, dass man grob fahrlässig gehandelt hat. Die Leistung wird dann je nach der Größe des Verschuldens gekürzt.

Also wichtig ist: Prüfe, ob du „grobe Fahrlässigkeit“ mitversichert hast!

Alle AXA-Kunden von uns, brauchen sich keine Sorgen zu machen, Ihr habt diese Komponente mit dabei.

 

 

Wir wünschen allen einen unfallfreien Winter!